Ein kleines “Vorweihnachtswunder” im Hundehotel

Liebe Gäste und Freunde des Hundehotels – ich bin das 4. C im Moldan Rudel!!!

Mein Name ist Camina, meine Geschichte könnt Ihr hier gleich nachlesen — Ich freue mich zusammen mit meinem neuen Rudel Cassy, Cleo und Caoihme – Sie bald bei uns zu begrüßen !!

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Ein kleines „Vorweihnachtswunder“ im Hundehotel

In der Nacht von Samstag, 7.11. auf Sonntag, 8.11. 2009 reist Familie Huss aus Hermannstadt in Rumänien an. Herr Huss arbeitet dort im Deutschen Generalkonsulat, seine Frau engagiert sich im Tierschutz und kümmert sich um die leider sehr zahlreichen Strassenhunde in Rumänien.

Am Sonntag früh sahen wir dann den Grund dieser Reise zu uns : 3 Hunde, alle ca 1 Jahr alt, aufgesammelt in den Strassen und der Umgebung von Herrmannstadt, saßen im Bus der Familie Huss und sollten in das Tierheim Passau gebracht werden, um von dort aus einen Platz im Leben von hundeverrückten Menschen zu bekommen.

Doch es kam anders – und nun beginnt das „kleine Wunder“!

Moses, der größte der dreien, sprang aus dem Auto – und Familie Ruchay, die just in dem Moment mit ihrer Weimaraner Hündin Angie abreisen wollte, verliebte sich in diesen verschüchterten Hund, der nach 16 Stunden Autofahrt die „Bayerische Luft“ genoß — Angie wohl auch, den die beiden waren sofort unzertrennlich!

Nun, es ging ganz schnell — Frau und Herr Ruchay hatten sich während des Urlaubs als liebevolle Hundemenschen zu erkennen gegeben – Moses Papiere wurden übergeben – und Moses sprang in das Auto der Familie Ruchay, kuschelte sich an Angie – und fuhr nach Berlin – wo er jetzt in einer Familie zusammen mit vielen Katzen glücklich leben wird.

Die anderen beiden Hunde sassen in Transportboxen im Kofferraum, Helmut und Claudia genannt (aber nur während der 16 stündigen Fahrt, davor lebten sie namen- und hoffnungslos auf der Strasse) – und der kleine Helmut ähnelte dem verstorbenen Hund von Andrea, unserer Service Kraft, so sehr, dass diese – natürlich genehmigt – ihren Arbeitsplatz verließ, nach Hause fuhr und Ihren Rüden Willi holte, um zu sehen, ob Helmut genehmigt würde. Willi schnupperte und wedelte – Helmut, der nun Joe heisst, hatte ein neues Heim und Frauchen gefunden!!!

Und nun zu Claudia, dem dritten Wesen – die sass verängstigt in ihrer Transportbox, als Herr Huss sie heraushob, legte sie sich flach auf den Boden, streckte alle Pfötchen in die Höhe und wollte wohl am liebsten im Erdboden versinken. Als sie endlich aufstand, sahen wir das ganze Elend: Ihr linker Hinterlauf ist verkürzt, die Narben weisen wohl auf eine Drahtschlinge hin! Ich fuhr mit ihr zu Dr. Burkert, um sie röntgen zu lassen, mein Plan war, eine Patenschaft für sie zu übernehmen, eine evtl. OP zu bezahlen – einfach dafür zu sorgen, dass Claudia einen guten Platz bekommt.

Die Diagnose war niederschmetternd: Das Bein ist zertrümmert worden, die Knochen sind klumpig wieder zusammengewachsen, inoparabel – aber schmerzfrei und einfach „nur verkrümmt“. So ein Hund hat im Tierheim keine Chance, das war mir sofort klar, also ging ich nach Hause, wo meine „Mädels“ – und „das größte zu umschiffende Kliff – meine Mama“ auf uns herabsahen und vollkommen verständnislos wahrnahmen, dass da grade ein vierter Hund ins Haus einzog – ich konnte nicht anders, die kleine Hündin war so erbärmlich dran, so eingeschüchtert und hilflos, ich musste meine Familie überzeugen!

Constantin, mein Sohn, war der erste, der aussprach, was wir alle „irgendwie“ schon wussten: „Lass sie uns behalten, Cassy, Cleo und Caoimhe werden sich schon an sie gewöhnen“. Als meine Mutter meinte: „Wenn die Kleine lieber draussen schlafen will, dann richten wir eine Hundehütte her mit warmen Decken drin“, da war mir klar, dass nun der 4 Hund zu uns gehört!!!

Unsere drei ignorierten standhaft die kleine Neue, die sich nicht ins Haus wagte und trotz strömendem Regen auf der Terrasse ausharrte – doch als es Zeit wurde, die „Meute“ zu füttern, kam sie zögerlich ins Wohnzimmer, setzte sich neben die anderen 3 – und freute sich über eine gefüllte Schüssel Blättermagen, der ratzfatz vertilgt war. Kontrollbesuche bei den anderen Näpfen brachten eine kleine Zusatzportion – und dann wurden alle 4 zusammengerollt auf dem Wohnzimmerteppich gesichtet, wo sie sich nach dem Fressen räkelten und schliefen.

Ein Blick in den rumänischen Impfpass brachte den Namen für unser 4. C – die kleine heißt nun Camina, schlief die erste Nacht bereits im Haus – ist – bis jetzt zumindest – stubenrein — und ganz ganz lieb. Unser erster Spaziergang mit 4 Hunden verlief so, als würden die Mädels schon immer zusammen gehen, es ist unglaublich, wie homogen dieses Rudel nach nur 16 Stunden wirkt!!

Unsere 3 Katzen sind noch sehr skeptisch, kamen aber im laufe des Abends alle nach Hause, wurden von Camina kurz gejagt – aber zeigten sich bereits heute morgen schon sehr viel mutiger und gehen nicht mehr aus dem Weg, wenn Camina sie anbellt – gejagt werden die Emily, Clarissa und Corleone schon nicht mehr – nur verbellt!!

Gerne berichte ich weiter über die Entwicklung der kleinen Camina, die hier im Hotel nun mit Physiotherapie behandelt wird, um den verkrüppelten Fuss wenigstens so weit aufzubauen, dass sie ihn ein wenig benutzen kann.

Ich bin schon mitten im Rudel und fühle mich sehr wohl!!!

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